Griechenland

Urlaub auf Kreta: Kulinarische Genüsse auf der hoteleigenen Farm erleben

Kretisches Essen gilt als eine der gesündesten kulinarischen Stilrichtungen der Welt. Inmitten grüner Hügel, nur einen Steinwurf vom Meer entfernt, gibt es einen magischen Ort, an dem Ihr alle Geheimnisse dieser Küche entdecken könnt. In der Hotelfarm des Grecotels bereitet Ihr während des Programms "Farmer for a day" kretische Speisen mit Euren eigenen Händen zu.

In diesem Artikel erzählt unser Kollege der amerikanischen Ausgabe des trivago Magazines von seinen unvergesslichen Erfahrungen.

„Hier. trink das. Das ist besser als Medizin“ – Dimitris reicht mir das Schnapsglas. Bei der Medizin handelt es sich um Tsikoudia oder kurz Raki – ein klarer Branntwein aus zweimal destillierten Trauben. Schon beim Anblick wird mir bewusst, dass mir in wenigen Momenten ein grausames Erlebnis bevorsteht: ein stark brennendes Gefühl wird sich in meinem Hals bemerkbar machen.

Die Medizin, die an einen Digestif erinnert, hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Wir nähern uns dem Ende des Grecotel-Erlebnisses „Bauer für einen Tag“, das auf der Agreco-Farm an einer schmalen, kurvenreichen Straße nach Rethymno inmitten der idyllischen kretischen Landschaft stattfindet. Alles ist in eine friedliche Stille gehüllt. Die grünen Hänge, durch die sich gelegentlich eine enge Straße windet, sind von Reihen von Weinreben und Tomaten gesäumt. Das Mittelmeer, so blau wie die griechische Flagge selbst, ist am Horizont immer sichtbar.

Krone des Mittelmeers

Ich bin hier, um etwas über die kretische Küche und Kultur zu erfahren – direkt von den Bauern, die dies zu ihrem Lebenswerk gemacht haben. Das kretische Essen ist mehr als nur eine weitere kulinarische Kategorie, die darauf wartet, in Feinschmeckerkreisen populär zu werden. Es ist Leben – buchstäblich. Die kretische Küche – lokale, pflanzliche Lebensmittel, Brot, Käse, Obst und natürlich Olivenöl – soll den Inselbewohnern ein langes Leben bescheren und wird verehrt wie eine Religion. Ich höre tatsächlich mehr über Tomaten und Olivenbäume als über Gott und die Kirche.

Dimitris, Kreter durch und durch, drückt es so aus: „Die kretische Küche ist die Krone des Mittelmeers.“

„Wo alles begann“

Warum das Grecotel? Warum eine Kette? Hotelketten sind nicht mehr angesagt, oder? Heutzutage geht es beim Reisen darum, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und mit einem Einheimischen in Kontakt zu kommen, um möglichst authentische und bereichernde Erfahrungen zu machen – Erfahrungen, die Ihr alleine niemals machen könntet.

Ein Reality-Check holt Euch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück, doch im Grecotel Creta Palace könnt Ihr diesem Erlebnis schon ziemlich nahe kommen.

Aufenthalt im Grecotel Creta Palace

Wann buchen?

Die Preise für Grecotel-Unterkünfte auf Kreta, einschließlich des Creta Palace, können je nach Saison variieren. Zum Zeitpunkt dieses Beitrags wird auf trivago.de ein Doppelzimmer im Mai schon für ca. 125 Euro pro Nacht angeboten. Dabei scheint es darauf anzukommen, früh zu buchen.

„Das Creta Palace ist das Herzstück“, erzählt mir Hotelmanager Georgios Perantonakis, während wir am Pool einen fruchtigen Begrüßungscocktail genießen. „Hier hat alles angefangen.“ Die Marke führt inzwischen über 30 Unterkünfte in ganz Griechenland, von denen sich acht auf der Insel Kreta befinden.

Begonnen hat alles mit Nikos Daskalandonakis, der 1989 das Creta Palace, das erste Fünf-Sterne-Hotel in ganz Griechenland, gründete. „Die Politiker haben VIP-Besucher hierher geschickt, weil es woanders nichts gab“, berichtet Kommunikationsmanagerin Katerina Axarli während eines Rundgangs durch das Hotel. Katerina erzählt mit Leichtigkeit und Freude amüsante Geschichten über ihre persönlichen Begegnungen mit den Gästen.

Grecotel Creta Palace

Top rated
9.1 Hervorragend (1532 reviews)
Hervorragend Service 9 / 10
Hotel CTA

„Kreta bedeutet mir alles“

Trotz des Wachstums der Kette in den letzten 30 Jahren wird Grecotel immer noch von jedem liebevoll als Familienunternehmen bezeichnet. Das liegt daran, dass Daskalandonakis kein ausländischer Venture-Kapitalgeber war, der die idyllische Küste Kretas nur für seinen eigenen finanziellen Vorteil nutzen wollte. Er stammt aus Rethymno, genau wie fast alle anderen, mit denen ich während meines dreitägigen Aufenthalts gesprochen habe. Sie kommen entweder direkt aus der Stadt oder zumindest aus Kreta. Die meisten, die ich fragte, wo sie herkamen – von den Rezeptionsmitarbeitern bis zum Restaurantpersonal – antworteten „Rethymno“ oder „Kreta“. Eine Servicekraft gab an, aus Thessaloniki zu stammen, und lachte dabei, weil sie nur allzu gut wusste, dass sie eine Seltenheit unter ihren Kollegen war.

Doch für das Personal des Grecotels und der Agreco-Farm ist das nichts Überraschendes. Sie sind (überwiegend) Kreter. Warum sollten sie auch woanders wohnen? Kreta ist ihre Heimat. Einige Leute verlassen ihre Heimat. Einige Leute möchten ihre Heimat verlassen, können es aber nicht. Kreter könnten ihre Heimat verlassen, machen es aber nicht. Sie können es sich einfach nicht vorstellen. Für sie ist hier das Paradies, und das liegt nicht daran, dass es ihnen an Fantasie mangeln würde.

Wo sonst kann man traditionsreicher Musik lauschen, die sofort ein Lächeln auf das Gesicht zaubert, während man von einem traumhaft schönen Meer umgeben ist und üppige Speisen genießt?

„Die Menschen, die hier leben, können es sich nicht vorstellen, wegzuziehen, denn meiner Meinung nach gibt es auf Kreta alles, was man braucht“, sagt Katerina. „Hier gibt es Strände, gutes Wetter und im Winter sogar Schnee in den Bergen.“

Damit nimmt sie Girios Pavlidakis praktisch die Worte aus dem Mund. Er, der schon seit 14 Jahren im Creta Palace arbeitet und sich selbst als „Mitarbeiter der zweiten Generation“ bezeichnet, sagt mir unmissverständlich: „Kreta bedeutet mir alles. Hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen.“ Manchmal stellt er sich vor, wie es wäre, woanders zu leben – so wie die meisten von uns unseren Fantasien nachhängen und uns fragen: „Was wäre, wenn?“ Aber letztendlich kommt es Girios nicht wirklich in den Sinn, etwas zu ändern. „Dies ist einfach der Ort, an dem ich mein gesamtes Leben verbringen möchte.“

Katerina Axarli

Beste Reisezeit

Stellt Euch vor, Ihr wacht frühmorgens auf, geht hinunter zum Strand und seht, wie ruhig das Meer ist. Im Griechischen gibt es dafür den Ausdruck „I Thalassa ine Ladi“, der übersetzt bedeutet, dass das Meer wie Olivenöl ist, weil sich nichts bewegt und es ist so ruhig ist.

Aber es liegt nicht nur an der Landschaft und der günstigen geografischen Lage, dass sich die Kreter als glücklich bezeichnen. Es liegt auch an den Menschen. „Hier gehört jeder zur Familie, auch wenn man sich vielleicht gar nicht kennt“, erzählt Katerina bei einem griechischen Kaffee. „Man fühlt sich vom ersten Moment an wohl und zu Hause, und ich glaube, das ist das Erste, was mir die Gäste bei ihrer Ankunft sagen.“

Girios geht noch einen Schritt weiter. „Es liegt uns im Blut, Menschen willkommen zu heißen, auch wenn sie Fremde sind. Wir versuchen, sie wie Freunde oder Familienmitglieder zu behandeln.“ Girios trägt ein weißes Hemd und eine schmale, dunkelblaue Krawatte und lächelt, als er seinen Standpunkt näher erläutert. „Einige Leute denken, dass wir dafür bezahlt werden, aber darum geht es nicht. Wir sind einfach so erzogen worden.“ Er empfiehlt den Gästen, die Stadt oder die umliegenden Dörfer zu besuchen, um „dieselbe Atmosphäre auch außerhalb der Hotels zu spüren“. So merken sie, dass diese aufrichtige Gastfreundschaft den Kretern wirklich angeboren ist.

Baur wird Bauer

„Kreta ist ein ganz besonderer Ort“, meint Dimitris Kalaitzidakis, ein hochgewachsener, stattlicher Grieche. Er sitzt auf einer Steinterrasse mit Blick auf die üppige kretische Landschaft, die sich hinter ihm bis zum Mittelmeer erstreckt. „Die Insel ist von Gott für ihre Lage, ihr Klima und ihren Boden gesegnet.“

Ich beginne gerade mein Erlebnis „Bauer für einen Tag“ auf der Agreco-Farm mit Dimitris als Gastgeber.

„Hinter der Farm befindet sich das höchste Gebirgsmassiv auf Kreta, das Psiloritis-Massiv“, erklärt Dimitris. „Dies ist der Ort, an dem Zeus, der Gott aller Götter und der Gott der Gastfreundschaft, geboren und aufgewachsen ist. Deshalb ist der Sinn für Gastfreundschaft tief in der kretischen Seele verankert.“

Plötzlich ergibt das ganze Gerede von Gastfreundschaft einen Sinn.

Ich beginne mit dem Brotbacken und begebe mich in eine Art Holzhütte, in der eine Frau auf mich wartet, die von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet ist.

Dimitris übersetzt ihre griechischen Anweisungen ins Englische, denn mein Griechisch beschränkt sich auf „Kalimera“ (Guten Morgen) und „Efkahristo“ (Danke) – unterstützt durch Zeichensprache und ein unbeholfenes Lächeln.

Mir wird gesagt, ich solle mit den Händen zuerst in einen braunen Tontopf tauchen, der mit Wasser, Hefe und Mehl gefüllt ist, und die Schüssel für eine bessere Stabilität auf meinen Oberschenkeln balancieren. Wir bereiten den Teig zu und vermischen alles mit unseren Händen, bis eine klebrige, feste Masse entsteht. Das erinnert mich an früher, als ich als Kind mit Knete gespielt habe, mit dem Unterschied, dass ich meine Kreationen dieses Mal am Ende essen darf.

Ich befolge die Anweisungen und fange an, Teigklumpen aus der Schüssel zu nehmen und sie auf ein weißes, mit Mehl bedecktes Blech zu legen. Dann formen wir den Teig, bis ein traditioneller Brotlaib entsteht. So wie ich den Teig bearbeite, könnte ein Außenstehender denken, dass ich gerade eine Herz-Lungen-Reanimation durchführe.

Anschließend legen wir den Teig, der auf wundersame Weise mehr als noch vor wenigen Minuten wie das gewünschte Endprodukt aussieht, auf ein weißes, mit Mehl bestäubtes Tuch, und ich schneide Kerben hinein. (Dadurch kann man einfacher ein sauberes Stück vom Brot abbrechen, wenn es später am Esstisch herumgereicht wird.)

Auf dem mit dem weißen Tuch bedeckten Holzbrett liegen jetzt ungefähr ein Dutzend Brotlaibe fein säuberlich nebeneinander. Ich hebe es hoch und balanciere es auf meinen Schultern und trage es über die kleine Holzbrücke zum holzbefeuerten Backsteinofen.

Endlich habe ich die Gelegenheit, so zu tun, als wüsste ich, was ich tue, als ich mit einem dieser langstieligen hölzernen Pizzaschieber drei Brote auf einmal in den Ofen befördere. Natürlich habe ich vorher etwas Mehl hineingegeben, um die Temperatur zu prüfen. (Wenn es schwarz wird, muss der Ofen noch etwas abkühlen.)

Das Brot braucht 20 Minuten. Genug Zeit, um in den Gemüsegarten zu schlendern, ein paar frische Tomaten zu pflücken, sie kurz abzuwaschen und dann in Scheiben zu schneiden. Die netten Leute von der Agreco-Farm haben in der Zwischenzeit den Tisch für mich vorbereitet und auch eine kleine Schale mit Meersalz hingestellt.

Das ist das, was die kretische Küche so fantastisch macht – ihre Einfachheit. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es bisher nicht viele Dinge gab, die so köstlich waren und meinen bescheidenen Gaumen so sehr erfreut haben wie diese Tomaten mit einer Prise Meersalz.

Angesichts solcher leicht verfügbaren Leckereien überrascht es nicht, dass Dimitris Kreta als eine „autarke Insel“ bezeichnet, und keine Verwunderung an den Tag legt, wenn von Kretern berichtet wird, die älter als 100 Jahre wurden. Wenn der übliche kleine Imbiss zwischendurch aus Tomaten besteht, ist man halt ziemlich gut in Form.

Während ich die Tomaten schneide, gesellt sich Maria Christoulaki zu mir. Sie zeigt mir ein bisschen mehr von der Farm, während das Brot weiter im Ofen bäckt. Es gibt einen Stall, in dem früher Esel im Kreis gingen, um Oliven zu zerkleinern (heutzutage erledigt das moderne Technik), und einen weiteren Tisch voller Leckerbissen. Dieses Mal sind es schwarze und grüne Oliven. Anschließend stapfen wir einen kleinen, staubigen Hügel hinauf, bis wir einen Tisch erreichen, auf dem unzählige Honigtöpfe stehen.

„Probier mal, das ist unser Thymianhonig“, ermuntert mich Maria.

Ich mag vielleicht ignorant erscheinen, aber ich hatte immer gedacht, Honig ist Honig, so wie Ketchup Ketchup ist. Ich wusste nicht, dass sich der Nektar, den die Bienen verdauen, auf den Geschmack auswirken kann. Beim Thymianhonig, einer Spezialität des Bauernhofs, kommt zu der Süße, die man von einem Honig erwartet, ein köstliches, erdiges Aroma hinzu.

„Er ist zwar etwas teurer, aber ich muss ihn unbedingt auf meinem Frühstücksbrot haben“, gesteht Maria.

Während unseres kleinen Ausflugs hatte das Brot genug Zeit, um aufzugehen, und ich greife erneut zu meinem langstieligen Pizzaschieber, um die ersten meiner vielen Kreationen aus dem Ofen zu holen. Zugegebenermaßen werden einige Aspekte der Speisenzubereitung von meinen unerfahrenen Händen ferngehalten, beispielsweise das Braten der Lammrippen über dem offenen Feuer. Es ist mir jedoch gestattet, auf theatralische Weise meinen Heißhunger und meine Ehrfurcht zum Ausdruck zu bringen, während ich beobachte, wie das Fett auf die darunter befindliche Asche tropft.

Macht Euren Arzt glücklich

Nach einem kurzen Geschmackstest, für den ich ein saftiges, prächtiges Stück Lammfleisch vom Knochen löse, soll ich selbst wieder Hand anlegen. Ich gehe zurück zum Herzstück des Bauernhofs, der eine Nachbildung eines traditionellen kretischen Dorfes ist. Es gibt eine Kirche, einen Marktplatz und ein Restaurant, die allesamt aus grauweißem Stein bestehen. In der Mitte thront ein ausladender Baum. Und neben dem Baum erwartet mich eine gehörnte Ziege mit einem Euter voll Milch.

„Mach dich an die Arbeit“, werde ich lachend aufgefordert. Grinsende Gesichter schauen mich an, vielleicht um zu sehen, wie ich reagiere. Obwohl es schon eine ganze Weile her ist, seit ich das letzte Mal einem Tier so nahe kam, bin ich fest davon überzeugt, dass man sich den Gepflogenheiten der Einheimischen anpassen sollte. Und die Einheimischen sagen mir, ich solle die Ziege melken.

Das geht nicht ohne Anweisungen vonstatten, und es steht mir die ganze Zeit ein erfahrener Mitarbeiter namens Alexis zur Seite. Er gibt mir eine kurze Einführung und zeigt mir, wie er die Milch wie aus einem Schlauch abwechselnd links und rechts in den Eimer fließen lässt. Ich drücke die Zitze zusammen, aber es kommt kaum ein Tropfen heraus. Diese erbärmliche Darbietung meines (nicht vorhandenen) landwirtschaftlichen Könnens endet glücklicherweise, als er seine Hände um meine legt und mir zeigt, wie ich die Zitze mit der Handfläche massiere, sodass die Milch herausfließt.

Schließlich habe ich den Dreh raus und schaffe es alleine. „Bravo!“, ruft Dimitris, während er gemütlich in der Sonne sitzt. Ich habe das Gefühl, den Bogen raus zu haben, als Alexis wieder das Zepter – oder vielmehr die Zitze – übernimmt und mit einer spritzigen Melodie in seinen Rhythmus fällt.

Während der Eimer ins Haus befördert wird, wasche ich mir die Hände. Weiter geht’s mit meiner nächsten Aufgabe – ich schneide Tomaten, Auberginen und Zucchini, die mit einer Mischung aus Zwiebelwürfeln, Karotten, Petersilie und Reis gefüllt werden. Dabei begebe ich mich übrigens auf bekanntes Terrain, denn ich habe in eine griechisch-amerikanische Familie eingeheiratet. Tomaten waren eine der ersten Mahlzeiten, die die Gefüllte griechische Großmutter meiner Frau für mich zubereitete.

Eine weitere Aufgabe ist erledigt, die Ziegenmilch wurde herausgebracht und köchelt bereits vor sich hin. Dadurch erhöht sich der Fettanteil und keine 20 Minuten, nachdem ich die Ziege um ihre Milch erleichtert habe, fülle ich Tiropitas mit dem entstandenen Frischkäse. Tiropitas sind mundgerechte Käsetaschen aus buttrigem Blätterteig (ebenfalls selbst von mir zubereitet). Garniert wird die Köstlichkeit mit etwas Thymianhonig.

Für meine letzte kulinarische Aufgabe lässt es Dimitris etwas ruhiger angehen. Eine einfache Aufgabe zum krönenden Abschluss des Tages – Koukouvayia oder Dakos. Griechische Bruschetta. Ihr nehmt ein paar Stücke Paksimadi (knuspriges Brot), verteilt sie auf einem Teller, gebt einen Schuss Olivenöl darüber und fügt ein paar Tomatenwürfel, etwas Schafskäse und noch etwas Olivenöl hinzu. Anschließend richtet Ihr alles hübsch auf einem neuen Teller an – und schon habt Ihr einen gesunden Snack, mit dem Ihr Euren Arzt glücklich machen würdet.

„Ein pures Vergnügen“

Die Erfahrung war von Anfang bis Ende ein pures Vergnügen und jedes Stück Tomate und Brot ein Wohlgenuss. Das Wissen, dass ich mit meinen eigenen Händen einen wichtigen Beitrag zu diesem Festmahl geleistet habe, hat meine Sichtweise auf das Kochen verändert. Ich werfe nicht nur einfach ein Hühnchen in die Pfanne und warte darauf, dass es fertig ist. Ich gebe dem Brot seine Form, ich rolle den Teig um den Fetakäse für die Tiropita, ich melke die Ziege und verwandle die Milch in Käse – und ich bin dabei schneller, als wenn ich etwas auf Netflix auswähle.

Vielleicht ist es offensichtlich, aber ich möchte nicht verheimlichen, dass ich zu keinem Zeitpunkt des Erlebnisses auf mich allein gestellt war. Das war alles keine Zauberei. Ich habe mich nicht auf magische Weise von einem unerfahrenen Neuling in einen erfahrenen Landarbeiter verwandelt. Die Experten, Männer und Frauen, die das schon ihr ganzes Leben lang machen, die den kretischen Boden wie Eltern ihre Kinder kennen, standen mir zur Seite und sorgten dafür, dass ich es nicht allzu sehr vermassele. Als ich die Oberseite der Tomate vollständig abschnitt, anstatt einen Deckel für das gefüllte Gemüse zu lassen, erntete ich Kichern und Achselzucken. Als es mir nicht gelang, das Lammkarree richtig an die Steine am offenen Feuer zu lehnen und eine Seite in den Schmutz fiel, kamen mir sofort die geschickten Hände der Mitarbeiter zur Hilfe.

Am Ende steht vor uns ein wahres Festmahl und selbst ich bin überrascht, als ich das Ergebnis meiner harten Arbeit mit eigenen Augen betrachte. Es gibt das gefüllte Gemüse, das Lamm, die Dakos, Tiropita und weitere schmackhafte Gerichte, wie Chochlii Boubouristi mit Schnecken.

Als ich meine ersten Bissen genieße, während ein Glas Agreco-Rosé neben meinem Teller steht, begreife ich langsam aber sicher, was Katerina neulich gleich nach unserer Ankunft beim Mittagessen gesagt hat.

„Man kann schmecken, wenn etwas mit Liebe gemacht ist. Wenn etwas nicht mit Herzblut gemacht ist, schmeckt es auch nicht gut, selbst wenn man das Rezept befolgt.“

Ich musste die Mitarbeiter der Agreco-Farm nicht fragen, ob sie lieben, was sie tun. Ich konnte es schmecken.

„Überzeugt Euch selbst“

Ein paar Tage später fahre ich mit dem Bus zurück nach Heraklion, dem Haupteinfallstor der Insel. Ich sehe, wie sich mein schwaches Spiegelbild im Fenster von der felsigen, grünen Landschaft abhebt. Ich entdecke einen Fleck auf meiner Jeans, direkt über meinem Knie, genau an der Stelle, an der ich die Schüssel balancierte, während ich den Brotteig zubereitete. Ich lächle und denke voller Dankbarkeit an Menschen wie Alexis, die dieses Stück ihrer Kultur mit Reisenden aus der ganzen Welt teilen, ohne dieselbe Sprache zu sprechen. Ich denke darüber nach, wie glücklich sich Maria, Dimitri und Katerina schätzen können, die Agreco-Farm als Nachbarn zu haben. Ich verstehe, warum Girios es sich nicht vorstellen kann, woanders zu leben.

„Selbst für mich ist die Agreco-Farm ein besonderer Ort, obwohl ich schon tausend Mal hier gewesen bin“, erzählte mir Dimitris während meines Besuchs. „Jedes Mal, wenn ich hierher komme, vor allem nach einem harten Arbeitstag im Büro, fühle ich mich innerhalb von fünf Minuten entspannt und ruhig. Wenn man das Paradies beschreiben möchte, verwendet man manchmal viele Wörter – und vergisst den eigentlichen Sinn.“

Manchmal muss man etwas mit eigenen Augen sehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

 

Bauer für einen Tag

Wie melde ich mich an?

Das Grecotel-Erlebnis „Bauer für einen Tag“ kostet 55 € und beinhaltet die Farm-Erfahrung, ein traditionelles griechisches Sechs-Gänge-Menü und Getränke. Familien, Paare und Alleinreisende, die in einem der acht Grecotel-Hotels auf Kreta übernachten, können den Concierge bitten, zwischen Mai und Oktober einen Termin für sie zu vereinbaren. Kinder unter sechs Jahren können kostenlos teilnehmen, und Kinder von sechs bis zwölf Jahren erhalten 50 Prozent Rabatt.

Diese Geschichte und das Video wurden in Zusammenarbeit mit Grecotel Creta Palace produziert.

Grecotel Creta Palace

Top rated
9.1 Hervorragend (1532 reviews)
Hervorragend Service 9 / 10
Hotel CTA