Europäische Hotelpreise ziehen im April deutlich an

By , 13. April 2010

Die Preise für eine Übernachtung in einem Standard Doppelzimmer in europäischen Metropolen liegen mit 115 Euro zwölf Prozent über dem Niveau des Vormonats. Erstmals seit Juni 2009 hat der Index auch den Vorjahreswert um drei Prozent überschritten. 31 der 50 im tHPI gelisteten Städte haben im April ihren bisherigen Jahreshöchststand erreicht. Im Vorjahr gab es lediglich eine Steigerung um ein Prozent vom Monat März auf April. Die Übernachtungspreise sind sowohl in den klassisch hochpreisigen Metropolen wie Rom und Paris (156 Euro) als auch in preisgünstigeren Städten wie Istanbul und Krakau um bis zu 50 Prozent gestiegen. So zahlen Besucher in Venedig mit 209 Euro 52 Prozent mehr als im Vormonat, in Istanbul  (132 Euro) liegt die Preissteigerung bei 48 Prozent. In Frankfurt a.M. (103 Euro) liegen die Übernachtungspreise  aufgrund des internationalen Lichtkunstspektakels Luminale 20 Prozent über dem Vormonatswert. Hotelpreise in deutschen Städten sind im Schnitt jedoch nur um zwei Prozent gestiegen.

Hotelpreise auf Jahreshöchststand in der Mehrzahl der Metropolen
Aufgrund der starken Preisnachlässe in vielen europäischen Städten in den letzten sechs Monaten ist der Preisanstieg vom Monat März auf April besonders drastisch. Im April sind Städtereisen generell sehr beliebt, nicht zuletzt wegen der traditionellen Osterzeremonien, die in vielen Großstädten wie Rom und Barcelona stattfinden. Übernachtungsgäste in Rom zahlen mit 166 Euro 45 Prozent mehr als im Vormonat, in Barcelona werden im Monat der „Semana Santa“ 32 Prozent (144 Euro) mehr berechnet. Die Übernachtungspreise in Barcelona waren zuletzt im Oktober 2008 (151 Euro) derart kostspielig. In Florenz, wo die Osterzeremonie „Scoppio del Carro“ stattfindet, kostet die Hotelübernachtung im April im Schnitt 52 Prozent mehr (144 Euro). Auch in Sevilla, wo im April das berühmte Volksfest „Feria de Abril“ gefeiert wird, kostet ein Standard Doppelzimmer 36 Prozent (115 Euro) mehr als im März. Ein Hotelzimmer in Venedig kostet 209 Euro und damit 52 Prozent mehr als im März. Aber auch andere Metropolen, die für einen Städtetrip sehr beliebt sind, haben die Preise im April deutlich erhöht. Eine Übernachtung in Nizza (116 Euro) kostet im April 35 Prozent mehr, in Amsterdam (151 Euro) 29 Prozent mehr als im Vormonat.

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Eine Graphik mit den Preisänderungen der wichtigsten Metropolen Europas (Vorjahresvergleich)

Preisanstieg auch in den günstigen Destinationen Süd- und Osteuropas
Hotels in den sonst preisgünstigeren europäischen Metropolen haben das Preisniveau ebenfalls deutlich angehoben. Reisende zahlen für eine Übernachtung in Istanbul (132 Euro)  im April fast 50 Prozent mehr als noch im Vormonat; das gleiche gilt für Prag (105 Euro). In Madrid (113) kostet das Hotelzimmer im April 16 Prozent mehr als im Vormonat. Die sonst günstigste Stadt des Index, Granada, hat das erste Mal seit Erhebung des tHPI im Mai 2008 die 100 Euro Grenze überschritten und liegt mit  102 Euro 33 Prozent über dem Vormonats- und 16 Prozent über dem Vorjahreswert. In Budapest und Krakau (beide 78 Euro) sind die Hotelpreise jeweils um 21 Prozent gestiegen. Lissabon liegt mit 110 Euro für ein Doppelzimmer 27 Prozent über dem Vormonatswert.

Hotelpreise in teuren Destinationen günstiger oder unverändert

Traditionell teure Städte dagegen haben kaum Preisänderungen zu verzeichnen. In Kopenhagen (130 Euro) und Berlin (95 Euro) sind die Preise unverändert und in Stockholm ein Prozent teurer (136 Euro). In Oslo (147 Euro, minus sechs Prozent), Dublin (96 Euro, minus 16 Prozent) und der traditionell teuersten europäischen Großstadt Genf (174 Euro, minus elf Prozent) sind die Preise im Vormonatsvergleich sogar deutlich gefallen.

Schweiz teuerstes, Bulgarien günstigstes Reiseland
Die Schweiz ist mit einem Durchschnittspreis von 161 Euro das teuerste Land für Hotelübernachtungen, gefolgt von Russland (155 Euro) und Norwegen (153 Euro). Das günstigste Land ist Bulgarien (67 Euro), gefolgt von Polen (70 Euro) und Rumänien (71 Euro). Die deutlichsten Preisanstiege im Vergleich zum Vormonat haben die Tschechische Republik (100 Euro, plus 43 Prozent), die Türkei (110, plus 27 Prozent), Portugal (93 Euro, plus 19 Prozent) und Italien (124 Euro, plus 19 Prozent) zu verzeichnen.